Wenn der Herrgott durchs Dorf marschiert! am 22. Juni 2019

Wenn der Herrgott durchs Dorf marschiert!

Unsere niederbayerischen Dörfer sind für sich schon schön anzusehen. Besonders aber in den Monaten Mai und Juni bekommen sie durch ihre überwältigende Blumenpracht in den Gärten und an unseren Häusern noch eine besondere Augenweide hinzu – und ganz besonders am Fronleichnamstag

Traditionell wird dann in vielen Dörfern alles auf Hochglanz gebracht. Frischer Blumenschmuck ziert das Dorf, die Gehwege sind blitzblank gekehrt und es werden die schmucken Altäre in den Straßen aufgestellt. Denn an Fronleichnam findet die traditionelle Prozession durchs Dorf statt, so auch bei uns auf der „Brand“ – in unserem Ort Ihrlerstein.

Das Fronleichnamsfest wird immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. In Ihrlerstein ist es immer ein großes Ereignis, an dem sich viele engagierte Christen aus der Pfarrgemeinde, die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen und die Mandatsträger aus der Politik und aus der Pfarrgemeinde beteiligen. Unsere Vereine mit ihren Fahnenabordnungen, die Blaskapelle Viel-Harmonie aus Kelheim und Umgebung, unser Bürgermeister und die Gemeinderäte, die Erstkommunionkinder mit ihren liturgischen Gewändern, Gäste und die Mitchristen aus unserer Pfarrgemeinde ziehen gemeinsam nach der heiligen Messe durch den Ort. Voran marschieren der Kreuzträger, die Fahnenträger mit den wunderschönen Prozessionsfahnen.

Nach den Kommunionkindern und den Ministranten folgt das „Allerheiligste“: Unter dem „Himmel“, einem Stoffbaldachin, trägt der Pfarrer eine wunderschöne Monstranz mit der heiligen Hostie. Warum das so ist? An Fronleichnam feiern die katholischen Christen die Gegenwart Jesu in der Eucharistie, die wiederum auf das letzte Abendmahl zurückgeht. Deshalb ist das Dorf auch so herausgeputzt: In Form der Hostie geht Jesu durch das Dorf. Dem vorüberziehenden Sohn Gottes zeigt man sich natürlich von seinen schönsten Seiten und begrüßt ihn mit den vielen geschmückten Wegen. Während die Prozession vorüberzieht, streuen die Kommunionkinder und andere Kinder noch zusätzlich Blüten und Feldblumen auf den Weg. Den „Himmel“ tragen übrigens traditionell vier Männer aus unserer Kirchenverwaltung.

In dieser Marschordnung, die so schon seit vielen Jahren existiert, pilgert die Prozession zu den vier, mit viel Liebe geschmückten Straßenaltären.

Die werden in aller Früh hergerichtet. Aufgestanden wird meist schon weit vor sechs Uhr, denn um den Altar aufzubauen, braucht es schon seine Zeit. Dann wird nochmal der Gehweg gekehrt und der Blumenschmuck drapiert. Der Blumenteppich vor Altar in der Pfarrkirche ist bereits einen Tag vorab von unseren fleißigen Ministranten geschaffen worden.

,deren Blütenblätter so wunderschön magenta- und rosarot leuchten – mit den Zeichen von Brot und Wein. Bei den Altären angekommen übernehmen ehrenamtliche Lektoren und Kantoren die hinführenden Texte, Fürbitten und Kyrie-Rufe und unser Pfarrer Hans-Jürgen Koller verkündet das Evangelium und spendet den eucharistischen Segen.

Ihren Abschluss findet die Prozession dann in unserer modernen Pfarrkirche St. Josef, ganz traditionell mit dem Te Deum, dem Glockengeläut und dem Schlusssegen. Für alle Beteiligten war es in diesem Jahr wieder ein echter Höhepunkt, dabei gewesen zu sein.

Vielen Dank an alle Beteiligten, die zum guten Gelingen dieser schönen Prozession beigetragen haben. Ebenfalls vielen Dank an die Freiwillige Feuerwehr Ihrlerstein für die Absperrungen und den Ordnerdienst und der Gemeinde Ihrlerstein für das Bereitstellen der Birken zum Schmuck der Straßen und der Altäre.