Glasmacherkapelle

Die Glasmacherkapelle wurde von Max Wolf, der ab 1900 die die dort befindliche, elterliche Glashütte übernahm, ließ um 1905 eine kleine hölzerne Glasmacherkapelle errichten, die er der „lieben Mutter Gottes von Lourdes“ weihte.

1956 wurde die Kapelle abgerissen und durch das „Glasmacher-Marterl“ ersetzt. Nur das gläserne Kreuz darauf zeugt noch von der einstigen Glasmacherzeit.


Benedikt Wolf wurde am 29.9.1836 in Zwiesel geboren. Nach der Ausbildung zum Glasmacher wurde er in Zwiesel Glasmachermeister. Mit 42 Jahren zog er mit seiner Frau Margareta, die er 1871 geheiratet hatte, nach Walddorf.

Benedikt Wolf stellte nach der Übernahme der Glashütte im Jahre 1878 die Produktion auf die Erzeugung von Hohlglaswaren, wie Flaschen, Bierkrüge, Weingläser, Einmachgläser, Honiggläser und Trinkgläser um.

Bald wurde er Glaslieferant für das Regensburger Karmelitenkloster. Wolf fertigte nun die Flaschen für den berühmten Karmelitengeist. Dieser galt damals als ein vorzügliches Mittel gegen Leib- und Magenschmerzen.

Der Sohn Max, der ab 1900 den Betrieb übernommen hatte, ließ um 1905 eine kleine hölzerne Glasmacherkapelle errichten, die er der „lieben Mutter Gottes von Lourdes“ weihte. Besonders die Kleinwalddorfer Glasmacher fanden sich an dem Sonntagen hier gerne zur Nachmittagsandacht ein.

1910 schrieb ein Chronist über diese idyllische Kapelle: „Ein sonnenheller Morgen hier zugebracht, gibt so recht ein wunderbares Bild vom Leben und Treiben der Vogel und Tierwelt“: Und an anderer Stelle fügt er hinzu: „Die stille Lage hier macht den Bewohnern ihre Heimat lieb und wenn sie auch mit irdischen Gütern nicht reichlich gesegnet sind, leben sie in ihrer einfachen, arbeitsamen Lebensweise doch zufrieden …

Die kleine Glasmacherkapelle war eine historische Rarität. Sie war völlig aus Holz errichtet und außen mit Holzschindeln gegen Witterungseinflüsse geschützt. Ein kleines Holztürmchen hob sich nur gering vom Holzbau ab. Leider wurde die Glasmacherkapelle 1956 abgerissen und durch ein Martel ersetzt. Nur das gläserne Kreuz darauf zeugt noch von der einstigen Glasmacherzeit.

[Quelle: Erich Hafner, Geschichte von Ihrlerstein, 1998]